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Lötkurs 2: Löten von Platinen


Beim Einlöten von Bauteilen in eine Platine hat man es etwas einfacher als beim Verbinden freier Drähte, weil die Bohrungen das Bauteil an der richtigen Stelle halten. Aber auch hier unterscheidet sich das Ergebnis je nach Geschick und Erfahrung. Der erste Bausatz oder das erste Projekt mit einer Experimentierplatine scheitert vielleicht noch an Lötstellen, die nur so aussehen, als wäre eine leitende Verbindung vorhanden. Aber mit etwas Übung wird jede Lötstelle perfekt.

Es macht übrigens einen großen Unterschied, ob man eine Platine selbst ätzt oder professionell herstellen lässt. Die Unterschiede betreffen die durchkontaktierten Bohrungen und vor allem den Lötstopplack. Das gilt auch für professionell hergestellte Platinen, die man auch als Prototypen und Einzelstücke preiswert bestellen kann. Der Lötstopplack weist das flüssige Lötzinn ab und sorgt mit für saubere Lötstellen. Das ist vor allem bei SMD-Bestückung  oder beim maschinellen Löten sehr wichtig. Alle Platinen von Modul-Bus entsprechen diesem Standard. Bei vielen Projekten ist es sinnvoll, gleich noch ein Lochrasterfeld für Erweiterungen mit anzufügen. Kleine Änderungen lassen sich damit durchführen, ohne gleiche eine neue Platine zu verwenden.
Das Beispiel zeigt den Einbau einer IC-Fassung in eine Platine. Es kommt darauf an, möglichst gleichmäßig gute Lötstellen zu produzieren. Hier eine genau Beschreibung der Arbeitsschritte:

1. Lötzinn und Lötspitze werden gleichzeitig an die Lötstelle geführt. Die Lötspitze soll sowohl das IC-Beinchen als auch die Platinenfläche berühren.

2. Die Position der Lötspitze wird nicht verändert, bis das Lötzinn die Berührungsstelle vollständig benetzt. Das dauert je nach Temperatur des Lötkolbens etwa eine halbe oder eine ganze Sekunde. In dieser Zeit hat sich die Lötstelle ausreichend erwärmt.

3. Dann führt man die Lötspitze im Halbkreis rechts um das IC-Beinchen herum. Genau gleichzeitig wird das Lötzinn links herum geführt und gleichzeitig nachgeschoben, sodass etwa eine Länge von einem Millimeter schmilzt. Die Lötstelle ist so heiß, dass das dünnflüssige Lötzinn sich durch Adhäsionskräfte gleichmäßig verteilt.

4. Wenn die richtige Menge Lötzinn verbraucht wurde, wird nun zuerst der Lötdraht von der Lötstelle abgezogen.

5. Als letzten wird die Lötspitze abrupt zurückgezogen. Das noch dünnflüssige und durch das Flussmittel geschützte Lötzinn erreicht seine endgültige Form und erstarrt.

Wenn der Lötkolben die richtige Temperatur hat, dauert der ganze Vorgang etwa eine Sekunde. Und mit etwas Übung gleichen sich am Ende alle Lötstellen wie ein Ei dem anderen.